„Dokumentationsstätte ehemaliger Ausweichsitz der Landesregierung NRW“
Im März fanden wir uns bei dem alten Bunker des Landes NRW zu einer Führung ein.
„Der Ausweichsitz Nordrhein-Westfalen war ein geheimer Atombunker in Kall-Urft im Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen. Bei einem Atomkrieg sollten darin der Ministerpräsident, der Innen- und der Justizminister sowie 200 Experten Schutz suchen und die Regierungsgeschäfte weiterführen. Gegenüber der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften wurde dessen Funktion mit dem Namen Warnamt Eifel verschleiert. Der Bunker wurde zu Betriebszeiten stets geheim gehalten.
Den Bewohnern der Umgebung wurde erklärt, es handele sich um ein Wasserwerk oder um ein Warnamt. Als Tarnmaßnahme wurden die an der Oberfläche befindlichen Teile grün gestrichen bzw. mit Rollrasen abgedeckt und anschließend mit Bäumen bepflanzt. Im Jahre 1993 wurde der Bunker aufgegeben und an einen privaten Eigentümer, den Schwiegersohn des Bunker-Hausmeisters, verkauft. …
Das zum Komplex gehörende kleine Hörfunkstudio, zu Betriebszeiten technisch betreut vom Westdeutschen Rundfunk, wird nach in den 2010er Jahren erfolgter Instandsetzung hin und wieder zur Produktion der Eifeler Radiotage genutzt.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ausweichsitz_Nordrhein-Westfalen).
Liane, Günter, Hans, Rainer, Robert, Thomas und Wilfried nahmen mit Kamera und Stativ an der sehr informativen Führung des Besitzers und seines Sohnes teil. Mit einem kleinen Imbiss zwischendurch gestärkt und Kaffee und Kuchen zum Abschluss war es ein gelungener Fototag. Der versteckte Eingang durch die Sicherheitstüren mit „hydraulischer Fernbedienung“ beeindruckte – „bombensicher“. Nach dem Betreten der Zugangsschleuse musste (geplant für die Nutzer) die evt. kontaminierte Bekleidung gegen einwandfreie Wäsche getauscht werden.
Für die temporären Bewohner war alles vorhanden, was für ein Zusammenleben erforderlich ist. Für Minister und Staatssekretäre Zweibettzimmer, niedere Chargen durften Spaß im Etagenbett haben. Gemütliche „Badezimmer“ waren ebenfalls vorhanden, mit Spezialduschen. Für die allgemeine Sauberkeit und die entsprechende Bevorratung war gesorgt. Den Umständen angemessen waren die Besprechungsräume, mit beeindruckender Technik. Ohne im Detail begreifen zu können, wofür die einzelnen Aggregate, Verrohrungen, Verkabelungen etc. benötigt wurden, war die Technik faszinierend.
Aggregate zur Luft- und Stromversorgung mit entsprechenden Filtern machen den Aufwand deutlich, der zur Versorgung von mehr als 200 Menschen erforderlich ist.
Zur Steuerung der diversen Aggregate und für die Kommunikation war reichlich Elektrik vorhanden. Damals wurden die Töne noch mechanisch produziert, die Telefone hatten eine ordentliche Wählscheibe und Verbindungen wurden mit dem berühmten Klingel-Draht hergestellt.
Der Bunker war prinzipiell autark, d.h. alle anfallenden Wartungs- und Reparaturarbeiten wurden vor Ort durchgeführt.
Und wenn der Bewohner (damals wurde nicht gegendert – es wurden einfach keine Frauen aufgenommen!) einen Sani benötigt, gab es ein Minilazarett.
Bericht: Hans Rühmann
Fotos hierzu befinden sich im Ordner "Events".